Freitag, 05.09.2014

Die Westküste Ghanas

ACCRA

Nachdem die Kids sich auf den Weg in ihre Dörfern gemacht haben, haben auch Anneke und ich unsere Sachen gepackt und sind auf in den Süden gestartet. Die Busfahrt war diesmal ganz angenehm, nicht zu kalt und die Lautstärke der Musik war angenehm. Soweit alles gut, bis der Motor um halb 4 nachts schlapp gemacht hat. Aber das Glück war mit uns, weil ein anderer Bus nach Accra vorbeikam, der nur halb voll war. So konnten wir fast ohne Verzögerung weiterfahren. Ziemlich früh am Morgen sind wir dann in Accra angekommen.

Im Hostel haben wir dann ein echt cooles Ehepaar aus Frankreich (Marine und Mathieu) getroffen. Und wie es der Zufall will, kannten sie einen Friseur. Zu dem sind wir dann auch direkt gefahren und schnippschnapp waren die Haare ab. Abens haben Anneke und ich es uns dann richtig gut gehen lassen mit Pizza und Rotwein. Danach sind wir weitergezogen in eine Bar. Die Musik war gut und wir haben viele Leute getroffen. Außerdem gab es ein total leckeres Getränk, wohl irgendein lokaler Alkohol. Mit einer Gruppe sind wir dann weiter in eine Disko. So hat unser erster Abend in Accra ziemlich gut geendet und wir sind totmüde ins Bett gefallen.

Am nächsten Tag war dann ein bisschen Katerstimmung angesagt. deshalb sind wir in eine Mall am Rande der Stadt gefahren und haben dort gebummelt und einen Kaffee getrunken.

Am dritten Tag haben wir ein bisschen Sightseeing gemacht. Zusammen mit Anneke und einem Mexikaner haben wir uns zu Fuß zum Independence Square gemacht. Schon auf der Straße kamen uns massenweise hupende Autos und Roller entgegen. Der Independece Square war völlig überfüllt mit Muslimen, die das Ende vom Ramadan gefeiert haben. Als wir über den Platz spaziert sind, sind wir aufgefallen wie bunte Hunde (oder besser gesagt wie weiße Flecken in einem bunten Farbenmeer). Danach sind wir in eine Bar mit Blick aufs Meer und dem allerbesten Mangosaft! Auch den Kwame Nkrumah Memorial Park, den Gedenkort an den ersten Präsidenten von Ghana, haben wir besucht. Das Museum war ziemlich klein aber lustig. Hier wurde einfach alles ausgestellt, was dieser Mensch je benutzt hat – Spiegel, Schreibtisch, Bücherregal, Sofa, Klavier, usw. Der Craft Market um die Ecke hat weniger Spaß gemacht. Die Sachen waren zwar wirklich schön, aber man wurde von allen Seiten angequatscht und angefasst. Hier haben wir uns allerdings mit einem Studienkollege von Anneke getroffen, der ursprünglich aus Accra kommt. Zusammen mit seinem Kumpel sind wir noch ein bisschen weitergezogen. Der Independence Square war mittlerweile  wieder leer, nur der Müll lag noch überall zerstreut. Das Osu Castle kann man leider nur von außen betrachten und auch Fotos sind strikt verboten. Von dort sind wir dann in die Bar, wo wir an unserem ersten Abend waren. Nach über 12 Stunden auf den Beinen sind wir dann wieder zurück ins Hostel gefahren.

An meinem letzten Tag in Accra sind wir zum Kaneshi Markt gefahren. Er unterscheidet sich ziemlich von den anderen Märkten in Ghana, weil er in einem Gebäude ist. Vor allem das Stockwerk mit den vielen Stoffen und dem Schmuck hat es uns angetan. Danach wollten wir uns eigentlich mit einem Guide in James Town treffen, aber der war zu müde und ist nach Hause gegangen – typisch Ghana! Also haben wir uns alleine auf den Weg gemacht. Dort wurden wir auch direkt angesprochen, um eine kleine Tour zu machen, was sich im Nachhinein als wirklich lohnenswert herausgestellt hat. Es war ein Einheimischer der uns zunächst einmal quer durch das Viertel der Fischer geführt hat. Danach sind wir durch Ussher Town und James Town. Die zwei Stadtteile liegen direkt nebeneinander, sind aber total unterschiedlich. Ussher Town ist laut und geschäftigt, überquert man allerdings die Straße nach James Town wird es ruhig und geordent. Die Erklärung von unserem Guide war, dass Ussher Town ursprünglich holländisch war, während in James Town die Briten waren. So ganz eingeleuchtet hat uns das aber nicht ^^ Jedenfalls sind wir durch ihn in wirklich entlegene Ecken gekommen und durch kleine Gassen gelaufen, was sehr interessant war. Sein Haus (bzw. eigentlich nur ein Raum) hat er uns

 

CAPE COAST

Die Fahrt mit dem Trotro von Accra nach Cape Coast hat nur zwei Stunden gedauert. Die Stadt kam mir nach Accra total winzig vor und ist (leider) ziemlich auf Touristen ausgerichtet. Wenn ich alleine durch die Straßen gelaufen bin, wurde ich von allen Seiten angesprochen, was irgendwann ziemlich genervt hat. Dafür gab es ein kleines Restaurant, in das ich jeden Tag zum Essen bin. Das war wirklich richtig richtig lecker dort und billiger als in meinem Hostel.

Von Cape Coast bin ich zusammen mit zwei Amis in den Kakum National Park. Dort gibt es ein Canopy Walkway, 330 m lang und bis zu 45 m hoch. Der Ausflug war nett, aber auch hier war wieder alles sehr touristisch. Dafür fand ich den Besuch im Castle in Cape Coast am Nachmittag richtig cool. Die Führung war echt gut gemacht und sehr interessant.

Am zweiten Tag bin ich dann morgens nach Elmina gefahren. Auch hier gibt es ein Castle, aber diesmal hab ich mir die Führung gespart, weil es wohl ziemlich ähnlich wie in Cape Coast sein soll. Dafür war das Treiben rund um den Fischerhafen ziemlich schön anzusehen. Danach bin ich durch die Gassen geschlendert und zu einem Fort auf einem Berg gelaufen. Von dort hatte man eine richtig schöne Aussicht auf die Umgebung. Zufällig kam in diesem Moment der Besitzer zurück und hat mich in das Innere gelassen, wo ich rumlaufen und mich umschauen konnte.

Am Nachmittag bin ich dann nochmal ein bisschen durch Cape Coast geschlendert. Auch dieser Ausflug hat sich nochmal richtig gelohnt. Ich bin durch die Gassen geschlendert und mit viel Durchgefrage wurde mir ein kleiner Trampelweg zum Fort gezeigt. Das Ganze hatte aber mehr die Funktion einer öffentlichen Toilette, so wie das da gestunken und ausgesehen hat. 3 Jungs haben mich bis zum Fort begleitet und auch hier kam die Besitzerin raus, um mich bis ganz nach oben zu führen. Auch von hier hatte man einen sagenhaften Blick. Und von oben war Cape Coast wirklich viel größer, als es von unten den Eindruck gemacht hat.

Als ich wieder im Hostel zurück war, wurde mir gesagt, dass ich aus meinem Zimmer müsste, weil eine Gruppe anreist und dann alles belegt ist. Aber da ich am nächsten morgen sowieso abreisen wollte, habe ich eben meine Pläne kurzerhand umgeschmissen und bin am späten Abend weitergezogen.

 

BUSUA

In Busua habe ich mich mit Suzanne (eine der Volunteers in Wa) getroffen.. Wir haben bei einer sehr netten Frau gelebt, die in ihrem Haus ein paar Gästezimmer eingerichtet hat. So haben wir eher mit den Leuten im Dorf zusammengelebt, was ich schöner fand als in den Hotels am Strand zu wohnen. Dadurch war natürlich auch nicht so viel mit Luxus. Die Toilette hatte keine Spülung und das Waschbecken keinen Abfluss. Also wurde das Wasser mit einem Eimer aufgefangen (ein Mix aus Seife, Zahnpasta, usw.) und zum Nachspülen für die Toilette benutzt. Die Zimmer waren ziemlich dunkel und mein Licht hat die ganze Woche nicht funktioniert, aber dafür waren sie wirklich sauber und für GHC 20 (ca. 5 €) für sein eigenes Zimmer auch unschlagbar günstig.

Von Busua haben wir an einem Tag auch einen Ausflug ins Nachbardorf (Butre) gemacht. Der Spaziergang dorthin war wunderschön. Erst am Strand entlang, dann den Berg hinauf mit einer herrlichen Aussicht, weiter auf einem kleinen Weg durch den Wald mit tausenden Schmetterlingen und dann hinunter ins Dorf. Den Ort und den Strand fand ich sogar noch ein bisschen schöner als Busua. Aber leider waren die Leute hier nicht ganz so nett.

Auch in die andere Richtung gab es ein kleines Dorf (Dixcoove). Da wurden allerdings zwei Tage zuvor zwei Mädels ausgeraubt. Zur Sicherheit haben wir uns einen Einheimischen mitgenommen. Sein Name war Nana, mit ihm sind wir abends auch noch oft an der Straße gesessen oder haben Filme geschaut. Der Ausflug war lustig, aber der Weg war lange nicht so schön wie nach Butre. In Dixcove waren wir auch wieder in einer Burg mit einer kleinen Privatführung.

In Busua hatte ich auch meine erste Surfstunde. Das hat richtig Spaß gemacht und war dazu noch ein gutes Workout! Leider habe ich mir schon zwei Tage danach meinen Fuß ziemlich böse aufgeschlitzt. Salzwasser und Strand waren da erstmal gestrichen. Und dann haben Suzanne und ich uns auch noch ziemlich böse den Magen verdorben. Aber Elizabeth hat sich super lieb um uns gekümmert. Außerdem hat sie eine Apotheke, sodass wir einen ordentlichen Medikamentencocktail von ihr bekommen haben. Und sie hat die ganze Zeit Reis für uns gekocht. Da ging es uns nach zwei Tagen schon fast wieder perfekt.

Ich war auch so ziemlich jeden Morgen beim Yoga. Das war total entspannend, wenn nicht gerade der Affe vom Nachbarhotel mit Bananen nach mir geschmissen hatte. Das war übrigens der gleiche, der mir auch meinen Kopf gekrault hat.

Ein richtiges Highlight war auch der Hummer, den wir an einem Tag frisch aus dem Meer gekauft haben. Zwei Schwestern von Nana haben ein kleines Restaurant am Meer und haben ihn für uns zubereitet. Das war wirklich das allerbeste was ich seit langem gegessen habe!

An meinem letzten Tag ist auch Anneke nach Busua gekommen, was ziemlich cool war. Zusammen sind wir dann nochmal mit dem Taxi nach Butre. Dort kann man nämlich auch eine Bootstour in die Mangrovenwälder machen. Leider haben wir nur ein paar Affen gesehen, was vielleicht auch daran lag, dass sich unsere Paddler ganz schön laut unterhalten haben. Und ein einheimisches Lied wurde uns auch noch vorgesungen! Da konnte man wirklich nicht in Ruhe die Natur genießen! Nach der Bootstour haben wir dann noch was gefrühstückt, während sich unser Guide um ein Taxi für uns kümmern wollte. Als wir dann gegessen hatten, hat sich herausgestellt, dass er sich natürlich nicht darum gekümmert hat. Er meinte dann aber, dass sein Freund kommt und in 40 min da wäre. Leider war ich ein bisschen unter Zeitdruck an dem Morgen, weil ich mit Marina und Mathieu (sie sind ein paar Tage zuvor auch in Busua angekommen) noch am gleichen Tag weiter nach Cape Three Points wollte. Als der Typ uns dann nach einer halben Stunde mitgeteilt hat, dass das Auto eine Panne hatte, war ich doch ziemlich genervt.Nach langem hin und her hat uns dann ein Fischerboot, was gerade vom Meer zurückkam, zurückgbracht. Die Tour war nochmal ziemlich abenteuerlich und hat sich im Nachhinein doch ziemlich gelohnt. Jedenfalls hatten wir die volle Aufmerksamkeit als wir mit dem Boot nach Busua zurückgebracht wurden!

 

CAPE THREE POINTS

In weniger als einer halben Stunde habe ich meine Sachen zusammen gepackt und mich von den anderen verabschiedet. Einerseits wäre ich wirklich noch gerne in Busua geblieben, aber ich hab mich auch wieder darauf gefreut, einen neuen Ort und neue Leute zu treffen. Zusammen mit Marine und Mathieu bin ich mit dem Taxi losgefahren. Blöderweise war irgendwann ein Wasserloch vor uns, wo sich unser Taxifahrer nicht durchgetraut hat. Da blieb uns nichts anderes übrig als den Backpacker aufzusetzen und loszumarschieren, insgesamt 1 1/2 Stunden durch die Mittagshitze. Aber es hat sich wirklich gelohnt, nach Cape Three Points gegangen zu sein. Hier gibt es nur eine einzige Unterkunft und das nächste Dorf ist eine gute Stunde zu Fuß entfernt. Ein wunderschönes Fleckchen Erde, wo man wirklich seine Ruhe haben kann. Als wir angekommen sind, war sogar recht viel los, weil eine Gruppe von 12 Engländerinnen da war. Da im Dorm auch nichts mehr frei war, wollte ich die erste Nacht im Zelt schlafen. Aber alle vier Zelte, die der Mann geholt hat, hatten irgendwelche Macken. Also wurde eine zusätzliche Matratze ins Dorm gelegt (ich durfte trotzdem im Bett schlafen ^^). Irgendwie schon witzig, dass in Ghana fast nie alles nach Plan läuft, aber trotzdem gibt es immer eine Lösung und am Ende sind alle glücklich! Ein Großteil der Engländerinnen ist am nächsten Tag auch gefahren, da waren wir dann wieder nur zu zweit im Raum und hattten genug Platz.

Leider war das Wetter nicht ganz so gut, sehr bewölkt und vor allem abends recht frisch. Aber die Leute waren echt cool hier. Vor allem mit den restlichen Engländerinnen und zwei Schweizern habe ich viel gemacht. Einen Abend haben wir auch Bierpong gespielt und ich hab sie alle platt gemacht :D Später haben wir dann noch ein Lagerfeuer am Strand gemacht.

Am letzten Abend habe ich mir nochmal Hummer gegönnt, leider nur halb so gut wie in Busua, aber trotzdem lecker.

Nach 3 Tagen ging es dann schon wieder weiter zu meiner letzten Station - Kokrobite!

 

KOKROBITE

Zusammen mit den Engländerinnen habe ich Cape Three Points am nächsten morgen verlassen. Eigentlich wurde uns versprochen, uns um 10.00 Uhr in das nächste Dorf zu fahren, um dort ein Trotro zu nehmen. Aber bis die Rechnungen geschrieben waren und das Auto zum Laufen gebracht wurde, war es schon nach 12.00 Uhr. Im Dorf mussten wir dann auch fast eine Stunde warten, bis ein Trotro gekommen ist. Von dort ging es den ganzen Weg bis kurz vor Accra zurück,. Dort wurder ich an einer Kreuzung rausgelassen und bin die letzten Kilometer mit dem Taxi zum Hotel gefahren. Dort habe ich mich dann mit Pedro (dem Frisör) getroffen, der schon auf mich gewartet hat. Aber es war schon ziemlich spät als ich angekommen bin und so sind wir nur noch eine Kleinigkeit essen und trinken gegangen.

Am nächsten Morgen sind wir dann nach dem Frühstück zum Bojo Beach. Das ist eine kleine Insel, zu der man eine kurze Überfahrt mit dem Boot hat. Der Strand war unglaublich schön und wir haben eigentlich den ganzen Tag dort verbracht. Blöderweise habe ich meine Sonnencreme vergessen und mir einen ziemlich bösen Sonnenbrand geholt. Abends sind wir dann nach Accra gefahren und haben uns mit Marine und Mathieu zum Essen getroffen. Leider konnte ich den Abend nicht so richtig genießen, weil meine Haut wie Feuer gebrannt hat. So lange sind wir dann auch nicht geblieben und wieder zurück nach Kokrobite gefahren.

Den nächsten Tag haben wir dann eigentlich auch nur gegammelt. Lange geschlafen, ausgiebig gefrühstückt, einen Spaziergang am Meer gemacht. So geht ein Tag auch schnell vorbei und abends war noch ein total cooles “Konzert”. Die Jungs haben ziemlich laute Livemusik gemacht und auch eine ordentliche Akrobatikshow eingelegt. Die ganze Atmosphäre drumherum war auch total cool, da wir statt auf einem Stuhl in einem Boot saßen :)

Am nächsten Morgen hieß es dann auch schon wieder Sachen packen, da ich nach Accra musste, um mein Busticket für den Abend zu kaufen. Das haben wir dann auch gemacht und sind in der restlichen Zeit noch was trinken und essen gegangen. Das war ein richtig schöner Abschluss bevor es für mich wieder zurück in den Norden ging.

Die Fahrt nach Wa war leider ziemlich ungemütlich. Zum einen wegen meinem Sonnenbrand und dann hatten wir auch noch eine Panne. Nach über 3 Stunden kam dann endlich ein Ersatzbus, aber schon nach einer halben Stunde ist auch hier ein Reifen geplatzt. Den konnten sie aber ein Glück ganz schnell auswechseln. Insgesamt haben wir fast 15 Stunden von Accra nach Wa gebraucht. Eric hat mich mit ein paar Kindern abgeholt und es hat sich ein bisschen angefühlt, wie wieder nach Hause zu gekommen!

 

Freitag, 25.07.2014

Byebye Wa!

Nach nur drei Wochen geht es für mich heute wieder zurück in den Süden. Die Kids hatten gestern ihren letzten Schultag und haben sich heute morgen zwischen 6.00 und 7.00 Uhr auf den Weg zu ihren Dörfern gemacht. Eric ist schon am Montag nach Holland geflogen. Und auch ich und Anneke werden bald aufbrechen.

Die drei Wochen vergingen wie im Flug. Auch letzte Woche waren wieder sehr viele Leute hier zu Besuch, u.a. eine Gruppe junger Holländer und eine ehemalige Volunteer. Außerdem habe ich einen Künstler getroffen. Er malt wunderschöne Bilder mit typisch afrikanischen Motiven, leider nicht ganz billig. Mit ihm verstehe ich mich wirklich gut und am Mittwoch waren wir zusammen was trinken. Er ist noch bis Ende August in Wa und muss dann wieder nach Kumasi, wo er gerade sein letztes Highschool-Jahr macht.

Für mich heißt es jetzt erstmal Strand, Meer und gutes Essen für die nächsten drei Wochen. Den Laptop nehme ich nicht mit. Aber ich habe jetzt endlich auch Internet auf dem Handy!

 

 

Donnerstag, 17.07.2014

There's no hurry in life!

Zwei Wochen bin ich jetzt schon hier, unglaublich! So langsam lerne ich die Kinder auch besser kennen. Das liegt auch daran, dass wir nur noch zu zweit sind. Nachdem Suzanne abgereist war, konnte ich dann auch endlich zu den anderen Volunteers ziehen. Hier ist es viel gemütlicher und mit Anneke verstehe ich mich wirklich gut. Sie bleibt noch bis nächsten Freitag, wenn die Kinder dann in ihre Dörfer gehen. Wir werden dann zusammen in den Süden fahren und dann reise ich für drei Wochen an der Westküste entlang.

Mein Tagesablauf ist immer noch sehr entspannt. Eigentlich habe ich nur 1 h “Unterricht” am Nachmittag. Trotzdem ist hier immer was los, sodass es mir zumindest bis jetzt noch nicht langweilig geworden ist. Morgens bereite ich immer was für den Nachmittag vor. Das ist aber gar nicht so einfach, sich immer was kreatives einfallen zu lassen, wenn die Kinder nur ein Heft (für alles) und einen Stift (der meistens nicht mal funktioniert) zur Verfügung haben. Gerade mache ich ein bisschen was zu dem Thema “Parts of the body” und sie sollten ein Moster malen (z.B. mit 4 Armen, 6 Beinen, 3 Augen usw.) - blöd nur, wenn man erst mal erklären muss, was ein Monster ist :D Aber es hat ihnen sehr viel Spaß gemacht!

Auch der Marktbesuch gehört hier zur Tagesordnung. Und dafür braucht man viel viel Zeit. Vor allem in den kleinen Shops wird einem meistens ein Stuhl angeboten und dann quatscht man eben erst mal eine viertel oder halbe Stunde. Einmal war ich zu Fuß unterwegs, da kommt man dann fast nicht weiter, weil man von jedem angesprochen wird.

Auch das Wäsche waschen nimmt hier viel Zeit in Anspruch – ein Eimer kaltes Wasser, ein Stück Seife  und los geht's! Eric meinte zwar, dass die Kinder meine Wäsche waschen sollen, aber bis jetzt finde ich die Arbeit noch ganz entspannend.

Um 13.00 Uhr kommen die Kinder dann von der Schule zurück und dann wird es richtig laut hier und so ca. um 15.00 Uhr versuche ich dann meine Gruppe zusammen zu trommeln. Danach setze ich mich dann zu Anneke, die mit den anderen Kindern malt und bastelt.

Die letzten Abende waren wir sehr oft im Upland (ein Hotel um die Ecke), zum einen natürlich wegen den Fußballspielen, Sonntag traditionell zum Essen und Montag war der Geburtstag von John (??) und Thomas (24). Der Abend war richtig lustig, weil die Schwester und zwei Freunde von Thomas aus Accra zu Besuch waren. Wir haben zusammen Shisha geraucht und uns sehr gut unterhalten. Sie bleiben noch bis Ende der Woche und wir wollen uns dann wieder in Accra treffen, wo sie uns ein bisschen die Stadt zeigen können.

 

 

Dienstag, 08.07.2014

Welcome Nasala/ Sister Claudia

Meine Reise nach Wa hat relativ unspektakulär begonnen. Richtig spannend wurde es eigentlich erst mit meiner Ankunft in Accra. Der Blick über die Stadt aus dem Flugzeug war wundervoll mit all den bunten Dächern. Nur ca. 10 Passagiere sind mit mir ausgestiegen und wir wurden mit einem heftigen Platzregen überrascht. Am Flughafen wurde ich direkt angesprochen und bis in die Empfangshalle begleitet, wo ich abgeholt wurde. Dann ging es mit dem Taxi einmal quer durch die Stadt. Zum Überholen wird kurz gehupt und die Straßen sind ein einziges Chaos. Durch den Regen waren die Straßen total überflutet und ich stand bis zum Knöchel im Schlammwasser - man will gar nicht wissen was da so alles drin rumgeschwommen ist. Der Nachtbus nach Wa dagegen war sehr luxeriös, allerdings war die Klimaanlage so enorm aufgedreht dass es mich die ganze Nacht gefröstelt hat und die ghanaischen Filme und die Musik im Bus waren so laut aufgedreht, dass ich kaum schlafen konnte. Und die ganzen Schlaglöcher... Nach fast 30 Stunden bin ich dann am Morgen in Wa angekommen, wo Eric, der Leiter von Child Support, schon auf mich wartete.

Die ersten Tage war ich bei ihm im Haus untergebracht, weil gerade noch drei andere Volunteers aus Holland hier sind. Da wäre einmal Anneke, sie macht hier gerade ihre Forschungsarbeit über Schulabbrecher und hat einige von den Kids hier interviewed. Dann ist hier noch Els, sie hat ihr komplettes Leben in Holland aufgegeben und ist mit dem Motorrad bis hier her gefahren und will nun einige afrikanische Länder erkunden. Und dannist hier noch Suzanne, sie macht auch eine Forschungsarbeit über bessere Ernährung und hat einiges an Gemüse im Garten angepflanzt. Alle drei werden Wa aber in den nächsten Tagen und Wochen verlassen. Seit Sonntag bin ich nun auch auf dem Gelände, was es ein bisschen einfacher macht, die Volunteers und Kinder besser kennen zu lernen. 

So langsam habe ich auch ein kleines bisschen Orientierung. Der Markt ist das Zentrum der Stadt, hier gibt es alles zu kaufen: Tiere, Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Stoff und Kleidung. Auch eine sehr nette Schneiderin hat dort einen kleinen Stand. Gestern habe ich mir bei ihr eine Umhängetasche gekauft. Sie macht aber auch maßgeschneiderte Kleidung und die Stoffe sind so wunderschön. Ich werde sie bestimmt noch ein paar mal besuchen. Das Fleisch will man als Europäer dort lieber nicht kaufen. Es liegt offen auf einem "Tisch", völlig bedeckt von Mücken und dann wird mit einem Messer, an dem noch alles mögliche andere klebt, ein Stück davon abgeschnitten - nicht sehr appetittlich. Die Früchte dagegen sind unglaublich lecker - Mango, Orangen, Bananen, Annanas, ... Es gibt auch einen kleinen europäischen Shop, allerdings ist es dort unglaublich teuer. Wir haben für Cornflakes, eine Milch und Kekse umgerechnet 6 € bezahlt. Um den Markt herum an den Straßen entlang gibt es noch viele andere kleinere Shops für alles mögliche. Der Einkauf nimmt also viel Zeit in Anspruch und normalerweise geht jeden Tag jemand von uns auf den Markt. Ganz in der Nähe vom Compound gibt es auch ein Hotel, in das wir jeden Sonntag Abend essen gehen. Hier wohnen momentan auch John (ursprünglich aus Dänemark, lebt aber eigentlich in Südafrika) und Thomas. Am Samstag haben wir dort zusammen mit einer deutschen Familie (Anita, Paolo und ihre Tochter Lilly) und noch einer deutschen Volunteer (Jenny) das Fußballspiel angeschaut. Verrückt, dass man immer jemand aus seiner "Heimat" trifft, egal wo man gerade ist.

Am Sonntag bin ich mit einem Mädchen von hier in eine Baptisten Kirche. Der Gottesdienst hat mehr als 2 Stunden gedauert und es wurde laut gesungen, getanzt und gepredigt. Zu Beginn wird man außerdem aufgefordert sich vorzustellen, wenn man neu ist Wenn jemand neu ist. Und da mich sowieso schon jeder beäugt hat, musste ich mehr oder weniger aufstehen und mich vor der gesamten Gemeinde vorstellen. Als wir dann rumgegangen sind, um sich zu begrüßen, ist ein Mann auf mich zugekommen, der 10 Jahre in Dortmund gelebt hat und Dozent an der Universität hier in Wa ist. Mal schauen, es heißt ja, man sieht sich immer zweimal im Leben.

Insgesamt ist der Tagesablauf hier sehr entspannt. Die Kinder stehen schon um 4 Uhr morgens auf und sind so laut, dass man trotz Ohropax davon aufwacht. Wir können dann aber noch liegen bleiben und ich stehe meistens zwischen 7 und 8 Uhr morgens auf. Dann geht man unter die eiskalte Dusche, frühstückt gemütlich und hat eigentlich bis um 13.00 Uhr Zeit für sich, um auf den Markt zu gehen, sich auf den Unterricht vorzubereiten, usw. Dann kommen die Kinder von der Schule zurück und dann ist vorebi mit der Ruhe! Ab 14.30 starten wir dann meistens mit dem Unterricht und können anschließend noch andere Sachen mit den Kindern machen. Abends kochen wir dann zusammen und haben wieder Zeit für uns. Um 19.00 Uhr ist es hier dann schon stockdunkel und man kullert irgendwann ins Bett.

 

Dienstag, 01.07.2014

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.